Vom 08. bis zum 10.10.2025 fuhren die Doktorandinnen und Doktoranden des DIER sowie einige studentische Hilfskräfte gemeinsam mit Prof. Dr. Kreuter-Kirchhof nach Berlin, um in einem Doktorandenseminar in der Hauptstadt einen Einblick in die Praxis des Energierechts zu bekommen.
Zum Auftakt des Seminars hatte die Gruppe die Möglichkeit, sich im Jakob-Kaiser-Haus mit MdB Andreas Jung intensiv über Fragen des nationalen, europäischen und internationalen Klimaschutzrechts auszutauschen. MdB Andreas Jung ist stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion und zuständig für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Nachhaltigkeit. Diskutiert wurde insbesondere über die Zukunft des Emissionshandels und die Notwendigkeit eines sozialen Ausgleichs, die Wirtschaftlichkeit der Transformation zur Treibhausgasneutralität, den Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) sowie die Bedeutung des Gutachtens des IGH zum Klimaschutz. Auch zum Thema Wasserstoffhochlauf gab Herr MdB Jung spannende Einblicke in die Prozesse und Diskussionen im Bundestag und die Arbeit eines Abgeordneten im Parlament. Wir danken Herrn MdB Jung herzlich für die Begegnung und den intensiven, guten Austausch.
Um die rheinische Fahne hochzuhalten, ließ die Gruppe den Abend gemütlich in der Ständigen Vertretung ausklingen. Der nächste Morgen stand im Zeichen der Kultur. In der Neuen Nationalgalerie zeigte eine Ausstellung Nachkriegskunst in beiden Teilen Deutschlands.
Am Nachmittag konnten die Doktorandinnen und Doktoranden sowie die Studierenden und Prof. Dr. Kreuter-Kirchhof auf Einladung von MdB Andreas Jung auf der Zuschauertribüne an einer Plenarsitzung des Deutschen Bundestags teilnehmen. Die Abgeordneten erörterten Themen der Chatkontrolle sowie der Pflegefachassistenz. Am Ende der lebhaften, von einer Seite im Stil sehr ernüchternden Debatte wurde der vorliegende Gesetzentwurf angenommen.
Am darauffolgenden Tag wurde die Gruppe von Frau Dr. Paula Hahn, Abteilungsleiterin Recht beim BDEW, im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sehr herzlich begrüßt. Nach einem ersten Austausch zu Fragen des Energie- und Klimaschutzrechts gab Herr Andrees Gentzsch, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDEW, einen Einblick in die aktuellen Herausforderungen im Energie- und Klimaschutzrecht. In einer tour d’horizon legte er aktuelle Probleme beim Ausbau der Energienetze, der Verteilung von Netzkapazitäten und beim Netzanschluss dar und erläuterte die Aufgaben eines Lobbyverbandes. Die anschließende Diskussion leiteten drei Impulsvorträge von Doktorandinnen des DIER sowie des Geschäftsführers des DIER zu Fragen des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft ein. Hannah Freitag und Isabell Stelte stellten ihre Promotionsprojekte zu CO2-Differenzverträgen (Carbon Contracts for Difference) als innovativem Förderinstrument sowie dem europäischen Marktrahmen für Wasserstoff vor. Dr. Daniel Busche berichtete über seine Erkenntnisse zu den planungsrechtlichen Fragen des Markthochlaufs beim neuen Wasserstoffkernnetz.
Danach teilte sich die Runde. Mit den Expertinnen und Experten des BDEW konnten die aufgeworfenen Fragen in Bezug auf den Wasserstoffmarkt, seine Regulierung und Förderung weiter vertieft werden. Unter anderem wurden die Übertragung der regulatorischen Grundsätze von Gasmärkten auf den neuen Markt für Wasserstoff, die zeitliche Komponente des Markthochlaufs, das besondere System des Wasserstoffkernnetzes und die zukünftigen Einsatzfelder für Wasserstoff weiter erörtert. Es ergab sich eine lebhafte Diskussion mit sehr wertvollen Anregungen für die jeweiligen Forschungsvorhaben, welche noch teilweise in der Mittagspause fortgeführt wurde.
Die zweite Gruppe tauschte sich über allgemeine energierechtliche Themen aus. Diskutiert wurde unter anderem der Schutz kritischer Infrastruktur als Voraussetzung für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit, sowie die diesbezügliche Verantwortlichkeit von Staat und Unternehmen. Weitere Themen waren Smart Meter und Digitalisierung der Verteilernetze sowie Energiegemeinschaften und die gesetzlichen Neuerungen zum energy sharing. Beim gemeinsamen Mittagessen wurden die Gespräche fortgesetzt. Wir danken allen Beteiligten für den intensiven, guten Austausch an diesem Vormittag und für alle wertvollen Impulse.
Das Doktorandenseminar schloss mit einem Besuch im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Dort empfing die Gruppe Herr Referatsleiter Jan-Kristof Wellershoff, der die Doktorandinnen und Doktoranden einlud, ihre Fragen zu stellen. Es folgte ein intensiver Austausch über die Kraftwerkstrategie und die Herausforderungen der Energiewende für das Energiesystem in Deutschland und Europa sowie über die Rolle der Rechtswissenschaft hierbei. Herr Wellershoff gewährte zudem einen Einblick in seine Arbeit als Referatsleiter im Bundeswirtschaftsministerium, auch vor dem Hintergrund eines Regierungswechsels. Dieses gute Gespräch war der Abschluss der sehr eindrucksvollen Tage in Berlin. Unser besonderer Dank gilt allen, die uns in Berlin empfangen haben und sich Zeit für einen intensiven Austausch genommen haben, insbesondere Herrn MdB Andreas Jung, Frau Dr. Paula Hahn, Herrn Andrees Gentzsch sowie den Expertinnen und Experten des BDEW und Herrn Jan-Kristof Wellershoff.